Direkt zum Seiteninhalt

Meine "kommunistische" Ära - Gabrielle Moog Astrologin

Menü überspringen

geprüfte Astrologin DAV

Gabrielle Moog, Astrologin
Menü überspringen
Menü überspringen

Meine "kommunistische" Ära

19.01.26
Manche mögen sich (mittlerweile) fragen, wieso ich mich politisch äußere. Hier mal meine Vorgeschichte:

Anfang der 80er Jahre studierte ich an verschiedenen Fachbereichen an der Frankfurter und kurz auch an der Gießener Uni. Einen genauen Plan, was ich damit anfangen wollte hatte ich nicht. Den Luxus konnte ich mir dank der Unterstützung meiner Eltern und fleißigem eigenem Hinzuverdienen erstmal gönnen. Dann war innerhalb des Studiums ein Praktikum gefordert. Nachdem ich mich die ersten Semester eher für naturwissenschaftliche Themen interessierte, war ich dann zu ethnologischen, sozialen und wirtschaftlichen Themen gewechselt.

Es stand also ein Praktikum an. Denk Denk Denk, was könnte Spass machen und gleichzeitig die Kriterien erfüllen? Damals war man mitten im kalten Krieg und ich hatte schon immer Vorlieben für krasse, grenzwertige Themen und Situationen. Ich bewarb mich also bei einem Reiseveranstalter für Ostblock-Reisen. Die Firma veranstaltete Studienreisen, Gewerkschaftsreisen, Schulreisen u.v.m. Mein Chef, damals überzeugter Kommunist, präferierte also die entsprechenden sozialistischen und kommunistischen Länder. Schnell erwärmte sich mein Herz für Russland, Ungarn, Malta! Bleib mir weg mit Mallorca.

Nachdem ich mich in kurzer Zeit als fleißige und korrekte Büromitarbeiterin etabliert hatte, gab es dann eine Festanstellung! Der Veranstalter befand sich übrigens in der Mainzer Landstraße in der Nähe des Bahnhofsviertels in Frankfurt.

Übrigens komme ich ja aus einem mini-Dorf. Als ich beschloss, erstmal zu studieren, landete ich in Frankfurt. Abgesehen von dem Schreck, als ich das erste mal eine Straßenbahn sah und beinahe nicht schnell genug zur Seite sprang, war diese Stadt Liebe auf den ersten Blick. Insgesamt habe ich beinahe 20 Jahre dort verbracht...und immer noch ab und zu "Heimweh". Obwohl man mir berichtet, dass die klassischen Viertel komplett von der links-grün-woken Baggage okkupiert worden sind...Links und grün zu sein, ist ja heutzutage der Gratismut der bornierten oberen Mittelklasse...Bru! Ich selbst war übrigens damals vom Funktionieren des kommunistischen Konzepts nicht überzeugt, was meine Faszination für diese Regionen aber in keinster Weise schmälerte.

Mein Reisebürojob wurde eine ganz tolle Zeit!
Dienstreisen in die sozialistischen Länder hinter dem eisernen Vorhang habe ich damals noch als ein Beitrag zur Völkerverständigung und zum Friedensprozess gesehen. Aber abgesehen davon waren es grandiose Erlebnisse! Ich weiß noch, wie ich das erste mal nach Moskau reiste und mit der Nase an der Flugzeugscheibe klebte, als wir über die Stadt flogen...Moskau ist unglaublich beeindruckend in so vieler Hinsicht.

In Wladimir schließlich liefen weiße Pferde frei durch einen lichten Wald, während ich in meiner Mittagspause barfuß an einem sandigen Flussufer stand. Kurz dachte ich, ich hätte eine Halluzination bis man mir später erklärte, dass es in der Nähe ein Gestüt gäbe.

Budapest war trotz Sozialismus damals eine so prachtvolle und schöne Stadt, dass mir Wochen später noch der Atem stockte, wenn ich daran dachte. Warschau war spektakulär und die Städte in der DDR waren ein absolutes Muss für jeden, der sich für Geschichte interessiert.

Meine Urlaube habe ich dann "standesgemäß" sozialistisch in Appartments unserer Geschäftspartner in Malta verbracht...perfekt! Kein klassischer Strandurlaub. Stattdessen kann man sich unters Volk mischen und abends bei Sonnenuntergang frischen Fisch an den Strandpromenaden essen. Die Kultur und die Geschichte dieser kleinen Insel sind der Hammer. Überall noch Ritter und Festungen, aber auch steinzeitliche Bauten...und die Malteser waren unglaublich freundlich.

Damals war man (sprich meine Leber) auch noch belastbarer. Es war üblich, bei jedem Geschäftsabschluss, speziell mit den Russen, erstmal die Trinkfestigkeit zu beweisen. Teilweise wusste ich nicht mehr, wie ich dann zu Fuß überhaupt den Weg nach Hause gefunden hatte. Wie gesagt, es war eine wilde und geniale Zeit. Und ich habe alles ohne größere Schäden überstanden :-)

Als schließlich Gorbatschow auf den Plan kam, hatten wir als erste seine Manifeste in den Händen. Ich dachte nur, wenn der das durchzieht...Leider hat mich die Auflösung des Ostblocks und der Sowjetunion dann irgendwie meinen Job gekostet. Als es den eisernen Vorhang nicht mehr gab und auch geschäftlich auf einem jeder machte, was er wollte, hatte es für mich den Anreiz verloren...Hinz und Kunz konnten jetzt einfach selbst hinfahren...
Datenschutzerklärung
Cookie-Richtlinie
Zurück zum Seiteninhalt